COPYRIGHT

 

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Danke schööööön…
 

Hamster
 
 

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TUMBAMBA

Ich muss damals acht oder neun Jahre alt gewesen sein und lebte überwiegend bei meinen Großeltern. Weil ich der einzige Junge in der Familie war (als ob das was Besonderes wäre), wurde ich sehr verwöhnt. Mir wurde vieles erlaubt und meine arme Schwester musste dagegen für alles mögliche kämpfen. Das machte sie aber wiederum später sehr selbstbewusst. Ich bin als Kind sehr gerne draußen spielen gegangen, und zwar beim jedem Wetter, ob es Sommer war oder Winter. Ob es regnete oder die Temperaturen unter Null Grad standen, war mir egal, ich wollte immer draußen spielen. Meine arme Großmutter, sie hatte es immer schwer mit mir. Sie schaffte es kaum, mich zu Hause zu halten, egal was sie sagte oder tat, habe ich es immer geschafft raus zu gehen. Nun, das hat man davon, wenn man einen Jungen so sehr verwöhnt. In meiner Heimat gab es früher Obst- und Gemüseverkäufer auf den Straßen. Sie hatten entweder einen Schiebewagen auf vier Rädern oder ein Pferdefuhrwerk, die mit Obst und Gemüse vollgeladen war. Sie liefen den ganzen Tag durch die engen Straßen und versuchten ihre Ware zu verkaufen, indem sie sehr laut "Äpfel, leckere Birnen, saftige Tomaten u.s.w." riefen, um die Bewohner auf sich aufmerksam zu machen. Unter diesen Straßenverkäufern gab es einen Mann, der mit seinem Pferdefuhrwerk unterwegs war. Er war sehr dick und sehr groß. Kann sein, dass er eigentlich gar nicht so groß war, aber damals, in meinem Alter, erschien er mir riesiggroß. Er saß nie auf seinem Fuhrwerk, sondern lief immer vor seinem Pferd her, und das Pferd folgte ihm, egal wo er hinging. Das wunderte mich damals, denn ich hatte den Eindruck, dass sein Pferd immer schläfrig war. Wenn ich jetzt zurückblicke, hat der Mann eigentlich gar nicht so schrecklich ausgesehen. Er hatte ein rundes Gesicht, dicke Backen, lachende Mundwinkel und trug immer eine Bauernmütze auf seinem Kopf. Er hatte einen solch schweren Gang, damals kam es mir vor, als ob die Erde beben würde, wenn er lief. Und ich hatte Angst vor diesem Mann. Und wie, auch wenn er wie ein dicker, gemütlicher Kuschelbär mit gutmütigem Augenausdruck ausgesehen hat, hatte ich tierische Angst vor diesem Mann. Soweit er auf unserer Straße erschien, lief ich, "der Tumbamba kommt" schreiend, so schnell ich konnte nach Hause und versteckte mich in der Küche. Bis seine Stimme und die Hufgeräusche seines Pferdes nicht mehr zu hören waren, bewegte ich mich nicht mehr vom Fleck. Natürlich entdeckte meine Großmutter irgendwann meine Angst und es dauerte nicht mehr lange, bis sie anfing, das für sich auszunutzen. Wenn es regnete und es kalt war draußen, und wenn ich trotzdem raus wollte, da sagte meine Großmutter sofort "der Tumbamba kommt gleich", und ich blieb freiwillig zu Hause. Wenn es vierzig Grad im Schatten war, und ich wollte in der Mittagshitze rausgehen, brauchte meine Großmutter nur zu sagen "der Tumbamba ist gleich hier", und ich traute mir nicht mehr zu rauszugehen. Ich habe diesen Mann gehasst, ich wünschte jeden Tag seinen Tod. Wenn ich einmal groß wäre, würde ich ihn zusammenschlagen und ihm verbieten in unsere Straße zu kommen. Eines Tages, als draußen schönes Wetter war, ging ich hinter unser Haus zum Spielen. Da die anderen Kinder noch nicht dort waren, fing ich an, alleine zu spielen. Hinter unserem Haus war eine Sackgasse: Die Wand, an der die Straße endete, war die Rückwand eines Hauses und hatte keine Fenster. Damit war sie für uns Kinder ein optimales Spielfeld. Wir benutzten diese Wand als Tor, wenn wir Fußball spielten, warfen gegen die Wand einen kleinen Ball und fingen ihn wieder auf oder malten alles mögliche mit Kreide auf die Wand. Auch an diesem Tag hatte ich einen kleinen Ball dabei. Ich warf immer wieder den Ball gegen die Wand und fing ihn wieder. Ich war so vertieft in mein Spiel, dass ich nicht bemerkte, dass jemand hinter mir stand. Einmal, als ich den Ball nicht fangen konnte, nachdem ich ihn gegen die Wand geworfen hatte, musste ich mich nach hinten drehen, um ihn zu holen. Als ich mich umdrehte, sah ich direkt vor mir, in seinem ganzen Pracht, den Tumbamba. Ich wollte erst einmal schreien, aber es ging nicht. Aus Angst hatte ich einen sehr trockenen Mund und keine Stimme mehr. Dann wollte ich weglaufen: ging auch nicht. Ich spürte nicht einmal meine Beine. Wir standen uns eine Weile so gegenüber. Ich glaube, ich zitterte wie eine Blatt im Wind. Wir sahen uns gegenseitlich direkt in die Augen, er mit einem Lächeln in seinem Mundwinkel. Irgendwann, ich weiß nicht wie lange dieser Zustand dauerte, schaffte ich es, mich zu bewegen. Aber wohin? Den einzigen Fluchtweg sperrten er und sein Pferdefuhrwerk ab, hinter mir war eine hohe Wand, recht und links die Häuser. Mir blieb nichts anderes übrig als schreiend in die Ecke unserer Spielwand zu laufen, mich dort so klein wie möglich zu bücken und laut zu weinen. Der Tumbamba kam mit bebenden, langsamen Schritten auf mich zu. Ich dachte, das ist das Ende, jetzt nimmt er mich in einem Sack mit zu sich nach Hause und wird mich fressen. Plötzlich merkte ich in meiner Todesangst, dass er in einer Hand hinter seinem Rücken irgend etwas versteckte. Es war mir klar, dass es der Sack war, in den er mich reinstopfen wollte. Er beugte sich ganz vorsichtig zu mir, ich war verrückt vor Angst und schrie und weinte nur. Aber Tumbamba streichelte sehr sanft meine Haare und wollte mir den Ball zurückgeben, den ich nicht mehr aufgefangen hatte und den er die ganze Zeit hinter seinem Rücken gehalten hatte. Ich war aber nicht zu beruhigen, weinte immer noch jämmerlich und versuchte zum Schutz, mich noch kleiner zu machen. Daraufhin nahm er mich auf seinen Arm und brachte mich zu seinem alten Pferd. Er streichelte sein Pferd und sagte zu mir, dass sein Pferd es gerne hat gestreichelt zu werden, und das ich es auch tun darf. Ich war sehr verwundert, denn er hatte eine sehr sanfte, beruhigende und klare Stimme. Allein seine Stimme hat gereicht, mich wieder zu beruhigen. Ich streichelte dann sein Pferd, er machte mir mein Gesicht mit seinem Taschentuch sauber und gab mir einen Pfirsich zum Essen. Danach brachte er mich zu unserer Wohnung und erzählte meiner Großmutter was geschehen war. Ich glaube, meine Großmutter war nicht so begeistert davon, dass ihr Trick nun nicht mehr funktionieren würde, aber vielleicht bildete ich mir das nur ein. Auf jeden Fall fragte mich Tumbamba, ob ich Lust hätte, auf seinem Pferdefuhrwerk zu fahren. Nachdem meine Großmutter es erlaubt hatte, stieg ich auf das Fuhrwerk und ich durfte sogar die Zügel in der Hand halten. Von da an sind Tumbamba und ich sehr gute Freunde geworden. Ich wartete jeden Tag sehnsüchtig auf ihn und wenn er kam, lief ich zu ihm, fuhr mit ihm auf seinem Pferdefuhrwerk und er erzählte mir sogar manchmal schöne Geschichten. Diese außergewöhnliche und wunderbare Freundschaft hat bis zu seinem Tod gedauert. Ich war auch bei seiner Beerdigung und habe heimlich geweint. Und nachdem alle Gäste und Angehörige gegangen waren, habe ich mich auf seinem Grab mit ihm lange unterhalten. Heute erzähle ich meinem Tochter Geschichten über Tumbamba. In diesen Geschichten, ist Tumbamba ein Riese, der so groß ist wie eine sechsstöckiges Haus, hat Hände wie Boote und Füße so groß wie Autos. Wenn er läuft, bebt die Erde. Er arbeitet in einem Marmorsteinbruch. Die Leute, die ihn nicht kennen, kriegen schreckliche Angst, wenn sie ihn sehen, aber der Tumbamba hat ein sehr gutes Herz. Er ist gutmutig und hilfsbereit und hat die Kinder sehr lieb. So lebt der liebe Tumbamba weiter in den Geschichten, die ich meine Tochter erzähle.

 

Grüße euch alle                                                   

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Wie ein Kind

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erkennbar am Gezwitscher.
 
Des Kindes Sorgen hab ich,
des Kindes Freuden hab ich,
mein liebstes Spiel ist das Leben.
 
 
Meine Menschen, meine guten Menschen,
meine Menschen, meine schönen Menschen.
 
Wenn es keinen Krieg gäbe,
keine ungerechtigkeit,
wäre ich jeden Tag ein Kind.

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